München/Innsbruck – Die scharfen Kontrollen an der Grenze zwischen Bayern und Tirol machen auch vor Regierungschefs nicht Halt. Dem Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) wurde von der Bayerischen Staatskanzlei die Durchfahrt über bayerisches Gebiet untersagt, bestätigte die Pressesprecherin Platters gegenüber unserer Zeitung. Die Staatskanzlei habe dem Büro Platters die Absage schriftlich mitgeteilt.
Wörtlich heißt es: „Die geplante Reise von Herrn Landeshauptmann Platter“ über das kleine oder große deutsche Eck falle „unter keine der definierten Ausnahmen“. Daher könne der Durchreise nicht zugestimmt werden. Eine Interview-Anfrage lehnte Platters Büro ab – „wir wollen das nicht noch zusätzlich befeuern“.
Platter wollte am vergangenen Montag an einer Bund-Länder-Konferenz in Wien teilnehmen und mit dem Auto über Kufstein/Salzburg fahren. Er sei nicht etwa direkt an der Grenze abgewiesen worden, vielmehr habe sich sein Büro vorher erkundigt, ob eine Durchreise möglich sei, so die Sprecherin. Die Staatskanzlei verwies auf die Verantwortung der Bundespolizei. Anfrage und Antwort seien vergangene Woche nur weitergereicht worden.
Platter habe die Absage kopfschüttelnd zur Kenntnis genommen, hieß es. Er nahm dann per Videoschaltung an den Beratungen teil. Die deutsche Regelung, die Einreisen aus Virusvarianten-Gebieten kaum möglich macht, gilt vorerst bis 17. März. Am 15. hat Platter wieder einen Termin in Wien. dw