München – Winfried Kretschmann (Grüne) und Malu Dreyer (SPD) werden auch künftig die Regierungen in Baden-Württemberg beziehungsweise Rheinland-Pfalz anführen. Bei den Landtagswahlen bekamen die beiden Amtsinhaber einen klaren Regierungsauftrag. Die Grünen landen in Baden-Württemberg den Hochrechnungen zufolge bei gut 32 Prozent und würden damit ihr Resultat von 30,3 Prozent von vor fünf Jahren überbieten. Dreyers SPD holte in Rheinland-Pfalz über 35 Prozent. Das ist etwa doppelt so stark wie die Umfragen der SPD auf Bundesebene.
Verheerend verliefen die Abstimmungen für die Union. In Rheinland-Pfalz holte die CDU rund 27 Prozent. Ihr bislang schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl dort hatte sie 2016 mit 31,8 Prozent eingefahren. Eigentlich wollte sie stärkste Kraft werden. Ähnlich das Bild in Baden-Württemberg: In ihrer einstigen Hochburg kam die CDU mit Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann auf 23 Prozent – deutlich schwächer als die 27 Prozent von vor fünf Jahren. In der Union begann am Abend bundesweit eine Debatte, die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur vorzuziehen.
Spannend wird nun vor allem in Baden-Württemberg die Regierungsbildung: Der 72 Jahre alte Kretschmann hat sich noch nicht festgelegt, mit wem er regieren will. Denkbar wäre eine Fortsetzung der Koalition mit der CDU, aber auch ein Ampelbündnis mit SPD und FDP. In Rheinland-Pfalz deutete dagegen vieles auf eine Fortsetzung der Ampelkoalition hin.
Die FDP konnte im Südwesten zulegen. Die AfD verzeichnete trotz des Ärgers mit dem Verfassungsschutz nur leichte Verluste.