München – Abschlussklassen und auch Viertklässler sollen nach den Osterferien auch in Corona-Hotspots weiter in die Schule gehen dürfen – dann aber voraussichtlich verbunden mit einer Testpflicht. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gestern nach einer Kabinettssitzung in München an. Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) solle ein entsprechendes Konzept vorlegen. Man müsse in den Hotspots über dem Inzidenzwert 100 aber aus Testmöglichkeiten dann Testpflichten machen, sagte Söder.
Beim Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband stieß die Entscheidung mangels genügend Impfangeboten auf geharnischten Protest: BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann kritisierte: „Wenn man auf Biegen und Brechen am Bayerischen Schulsystem festhält und dabei die Gesundheit der Lehrerinnen und Lehrer und Kinder gefährdet, dann muss man sich nicht wundern, wenn man Widerstand erntet. Das ist eine Bankrotterklärung!“
Bislang gilt, dass es in Regionen mit mehr als 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern binnen sieben Tagen an allen Schularten nur Distanzunterricht geben darf – mit Ausnahme der Abschlussklassen, die auch in diesen Hotspots im Wechselunterricht bleiben dürfen. Für Fleischmann ist der Kurswechsel der Staatsregierung nicht nachvollziehbar: „Ich sage es noch einmal klipp und klar: Bevor die Kolleginnen und Kollegen nach Ostern alle wieder einen Fuß in die Schule setzen sollen, muss jeder von ihnen ausnahmslos ein Impfangebot erhalten haben! Alle Experten sind sich einig, dass die Infektionsgefahr gerade bei Kindern und Jugendlichen immens gestiegen ist.“