München will Extra-Öffnungen

von Redaktion

Bewerbung um neuen Corona-Modellversuch – Reiter kritisiert Söder

München – Die Landeshauptstadt München bewirbt sich als Modell-Stadt, um in der zweiten Aprilhälfte auch bei höheren Inzidenzen Gastronomie und Kultur öffnen zu dürfen. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) verbindet das aber mit deutlicher Kritik an der CSU-geführten Staatsregierung.

Als Vorbild gilt die baden-württembergische Stadt Tübingen. Dort ermöglicht ein tagesaktueller negativer Schnelltest den Besuch im Café oder Theater. In Tübingen wie bei einem ähnlichen Projekt in Rostock könne man sehen, was möglich sei, wenn Ministerpräsidenten den Kommunen die Selbstverwaltung überließen, klagte Reiter im Stadtrat. „Tübingen und Rostock haben den Vorteil, dass sie nicht in Bayern liegen.“ Tübingens OB Palmer könne mit voller Rückendeckung seines Ministerpräsidenten rechnen. „Wenn meiner mal sagen würde, probier doch mal was anderes aus, dann würde ich das sofort machen.“

Münchens Bewerbung geht auf einen Dringlichkeitsantrag der CSU zurück. Ob die Stadt den Zuschlag bekommt, vielleicht auch nur für einzelne Institutionen wie große Theater, ist offen. Mehrere Dutzend Kreise und Städte oder ihre Abgeordneten haben sich bereits bei Söder informell beworben – darunter Mühldorf, Traunstein und Rosenheim, Würzburg und Coburg. Bayernweit soll es acht Modellstädte geben, die ab 12. April für zwei Wochen trotz einer Inzidenz über 100 Teile von Gastronomie, Kultur und Sport öffnen dürfen; zwei davon sollen in Oberbayern liegen.

Söder nannte das „Tübinger Modell“ als Vorbild, schränkte aber ein: Die Stadt habe bei sehr niedrigen Inzidenzen ihr Projekt gestartet.  ska/cd

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