Impf-Reihenfolge soll fallen

von Redaktion

Bayern: Priorisierung im Mai auflösen – Wirbel um Johnson & Johnson

München – Bayern erhöht den Druck auf den Bund, die Impf-Priorisierung zu kippen. Im Mai, spätestens Ende Mai, müsse sich der Freistaat von der starren Reihenfolge lösen und allen Erwachsenen ein Impfangebot machen, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) nach einer Kabinettssitzung. In den meisten Städten und Landkreisen ist derzeit die Priorisierungsstufe 2 (Risikogruppen und Ältere ab 70 Jahre) an der Reihe, in schnelleren Kommunen auch schon Stufe 3 (unter anderem ab 60 Jahre).

In Bayern sind bisher 2,16 Millionen Menschen geimpft, gut jeder dritte davon hat auch die Zweitimpfung, die schwere Verläufe zuverlässig verhindert. In diesen Tagen lassen sich auch viele Politiker ab 60 Jahren demonstrativ mit Astrazeneca impfen, ab sofort auch ältere Landtagsabgeordnete. Laut „Bild“ hatte Kanzlerin Angela Merkel am Sonntag einen solchen Impftermin, verschob ihn aber wegen einer Sitzung. Jüngere ohne Vorerkrankung zu impfen, wäre laut Bundesverordnung ein Regelverstoß.

Menschen unter 60 Jahren, die eine Astrazeneca-Erstimpfung erhielten, sollen für die Zweitimpfung Impfstoff von Biontech oder Moderna bekommen. Das beschlossen gestern die Gesundheitsminister der Länder. Wegen Fällen von Thrombosen wird Astrazeneca nicht mehr an Jüngere verimpft. Thrombosen traten jüngst auch nach Impfungen mit dem Vakzin von Johnson & Johnson auf. Gestern setzten die USA den Einsatz aus, der Konzern verschiebt die erste Auslieferung in Europa.

Holetschek ermunterte indes Ärzte, aus jeder Flasche des Biontech-Impfstoffs eine siebte Dosis zu ziehen. Das sei „gut und richtig“. Die Landtags-FDP hatte beklagt, dazu fehle momentan die Rechtssicherheit, deshalb landeten hunderttausende Dosen im Müll.  cd

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