Mühldorf – Als „größte koordinierte Durchsuchungsaktion zu Kinderpornografie“ hatte CSU-Justizminister Georg Eisenreich die Großrazzia „Operation Weckruf“ bezeichnet, bei der insgesamt 213 Polizeibeamte im Einsatz waren und 49 Objekte in Bayern durchsucht wurden. Oberstaatsanwalt Thomas Goger von der zuständigen Generalstaatsanwaltschaft Bamberg erklärte, dass auch Räumlichkeiten im Landkreis Mühldorf durchsucht wurden. Über den genauen Standort wolle man derzeit keine weiteren Angaben machen. Auch weitere Räume in Oberbayern wurden von der Polizei unter die Lupe genommen. 51 mutmaßliche Besitzer von Inhalten, auf denen Kindesmissbrauch zu sehen ist, sollten dabei überprüft werden. Es wurden Smartphones, Computer und Datenträger sichergestellt.
Bei allen Beschuldigten handelt es sich um Männer, weitere Informationen zu Tatverdächtigen gibt es bisher nicht. Festnahmen erfolgten vorerst noch keine. Erst vor Kurzem war ein Mann aus dem Landkreis Mühldorf festgenommen worden, der mutmaßlicher Drahtzieher der Darknet-Seite „Boystown“ sein soll. Der 49-jährige Familienvater und Programmierer ist dringend tatverdächtig, der Betreiber einer der größten Kinderpornografie-Seiten weltweit zu sein und damit mehr als 400000 Nutzern Zugang zu widerwärtigsten Szenen von Kindesmissbrauch zu ermöglichen. Die Oberstaatsanwaltschaft erklärte gegenüber innsalzach24.de, dass kein Zusammenhang zwischen den Razzien im Rahmen der „Operation Weckruf“ und der Sprengung der Darknet- Plattform „Boystown“ bestehe.