Corona-Disziplin lässt nach

von Redaktion

Illegale Partys und Ausschreitungen – Ethikrat warnt vor Spaltung

München – Angesichts des schönen Wetters, der sinkenden Infektions- und der steigenden Impfzahlen lässt die Corona-Disziplin teilweise stark nach. In ganz Bayern registrierte die Polizei deutlich mehr Verstöße und illegale Partys – in ländlichen Regionen, aber vor allem in München.

Die Polizei München berichtete von mehreren aufgelösten Partys und größeren Personengruppen, die die Abstände nicht immer einhielten. Deshalb mussten etwa 300 Menschen den Viktualienmarkt, etwa 200 Menschen den Gärtnerplatz und 100 Menschen die Akademiestraße verlassen.

Zu schwereren Zusammenstößen kam es zudem im Englischen Garten. Dort war die Polizei angerückt, um eine Schlägerei auf der Karl-Theodor-Wiese zu beenden. Die Beamten wurden von jungen Parkbesuchern attackiert, 19 Beamte wurden zum Teil durch Flaschenwürfe verletzt. Etwa 50 Flaschen seien in Richtung der Polizisten geworfen worden.

Die Konfrontationen könnten ein Vorgeschmack auf die nächsten Wochen sein, in denen immer mehr ältere Doppelgeimpfte ihre Freiheiten zurückbekommen, während Jüngere weiter den strikten Maßnahmen unterliegen. Der Ethikrat warnt bereits vor einer sozialen Spaltung. Kinder, Jugendliche, Auszubildende und Studenten hätten „einen doppelten Nachteil“, denn sie seien nicht geschützt und dürften weniger, sagte die Ethikratsvorsitzende Alena Buyx. „Wir haben also ein echtes Solidaritäts- und Gerechtigkeitsproblem.“ Man müsse aufpassen, dass „die Spannung nicht zur Spaltung wird“. Buyx schlug vor, Familien und jungen Menschen frei werdende Testkapazitäten anzubieten. Buyx mahnte zudem „mehr sichtbare Wertschätzung den Jüngeren gegenüber“ an.

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