Ebersberg – Im Ebersberger Forst könnten in absehbarer Zeit fünf Windräder gebaut werden. Bei einem als reine Briefwahl durchgeführten Bürgerentscheid im Landkreis Ebersberg sprachen sich bis Sonntag 52,7 Prozent für das Energiewende-Projekt aus, 47,3 Prozent waren dagegen. Beobachter sehen in dem Entscheid trotz des sehr knappen Ergebnisses einen Schub für die Windenergie in Bayern.
Über die Frage, ob ein Investor die Windräder im Landschaftsschutzgebiet auf Grund der Bayerischen Staatsforsten errichten kann, war heftig gestritten worden. Monatelang gerieten Befürworter und Gegner in einer emotional aufgeladenen Atmosphäre aneinander. Wie sehr die Frage die Menschen in der Region bewegt, zeigt die hohe Wahlbeteiligung von 61,9 Prozent.
Der Ebersberger Kreistag hatte sich für den Bau der Windkraftanlagen ausgesprochen, von einem Beschluss angesichts der hohen Emotionalität des Themas aber abgesehen und die Entscheidung stattdessen in Bürgerhand gegeben.
Mit dem Ergebnis ist rein formal die erste Hürde genommen, doch der Bau der Windräder ist dennoch nicht gewiss. Es sind beispielsweise noch artenschutzrechtliche Gutachten nötig, die ergeben könnten, dass der Forst für Windkraftnutzung ungeeignet ist. Zudem haben Gegner des Projekts angekündigt, die Gerichte anzurufen und bis zur letzten Instanz dagegen kämpfen zu wollen.
Landrat Robert Niedergesäß (CSU) sagte, er hätte sich ein klareres Ergebnis gewünscht. Es gelte die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen, die mit Nein gestimmt hätten. Das sei Auftrag der Politik. ac