Ungeimpfte müssen warten

von Redaktion

Bayern legt Schwerpunkt auf Zweitimpfung – Ausnahme Praxen

München – Weil der vorhandene Impfstoff für anstehende Zweitimpfungen gebraucht wird, gibt es vorübergehend kaum noch Erstimpfungen in den bayerischen Impfzentren. „Wir müssen uns in den nächsten Wochen auf die Zweitimpfungen konzentrieren“, sagte gestern Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) unserer Zeitung. Das sei die Folge der Umstellung im April, als der Abstand zur Zweitimpfung bei Biontech und Moderna von drei auf sechs Wochen verlängert wurde, um schneller voranzukommen. „Ab Kalenderwoche 23 müssten wir wieder in der Lage sein, weitere Erstimpfungen in den Impfzentren anzubieten – also ab 7. Juni“, sagte Holetschek.

Nicht betroffen sind davon die Haus- und Facharztpraxen, die weiterhin Erstimpfungen durchführen können. Von heute an dürfen sie in Bayern zudem unabhängig von der Impfreihenfolge mit sämtlichen Corona-Impfstoffen impfen.

Deutschlands Kassenärzte warnen derweil, dass Praxen sich wegen Impfstoffmangels aus der Impfkampagne ausklinken. Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, rief zu Verständnis dafür auf, dass Termine nur kurzfristig vergeben werden und auch öfters umgebucht werden müssten.

Der Vorsitzende der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, kritisierte die bayerische Strategie. Dies sei „der Holetscheksche Impfturbo“, so Brysch: „Im Stand laut aufheulen, doch wenn es dann auf die Strecke gehen soll, reicht der Treibstoff gerade mal für das Ausrollen auf dem Standstreifen.“ Bei Impfstoffmangel gelte es, die Reserve für die Zweitimpfung weiter im Blick zu behalten.  hor/epd

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