München – Der Greenpeace-Aktivist, der am Dienstagabend kurz vor Anpfiff der EM-Partie in der Münchner Arena landete, hatte offenbar großes Glück. „Es hätte ganz anders ausgehen können, auch für den Piloten“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). „Wenn die Polizei zur Einschätzung gelangt wäre, dass es sich um einen Terroranschlag handelt, hätte er das mit dem Leben bezahlen müssen. Die eingesetzten Scharfschützen hatten ihn bereits im Visier.“ Laut Informationen unserer Zeitung handelt es sich bei dem Piloten um einen Chirurgen, der in Rosenheim praktiziert.
Der 38-jährige Mann wollte einen gelben Latexball in das Stadion fallen lassen – und weiterfliegen. Doch er verlor die Kontrolle über das Fluggerät und musste auf dem Rasen notlanden, davor verletzte er zwei Männer. Sie mussten mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Als Grund für die ungeplante Landung nannte ein Greenpeace-Sprecher ein defektes Handgas-Steuergerät am Motor, den der Pilot auf dem Rücken getragen hatte. Der Mann war auf einer Wiese unweit des Stadions gestartet und bis zur Landung im Stadion etwa vier bis fünf Minuten in der Luft.
Nach der Aktion gab es massive Kritik an der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Auch Regierungssprecher Steffen Seibert verurteilte sie. „So was ist kein Kavaliersdelikt“, sagte Ministerpräsident Markus Söder. CDU-Politiker Friedrich Merz regte an, die Gemeinnützigkeit von Greenpeace zu überprüfen. Münchens OB Dieter Reiter sagte, er habe „absolut kein Verständnis für derartige Aktionen, insbesondere wenn dadurch andere Menschen gefährdet werden“. Er gehe davon aus, „dass der sogenannte Aktivist entsprechend strafrechtlich belangt wird“. sts