Pflege im Heim wird teurer

von Redaktion

Eigenanteil steigt erneut – Reform bringt kaum Entlastung

München/Berlin – Die Pflege im Heim wird für Familien in Bayern immer teurer. Die selbst zu zahlenden Anteile steigen nun auf durchschnittlich 2126 Euro pro Monat – 48 Euro mehr als zu Jahresbeginn und 108 Euro mehr als 2020. Das geht aus neuen Daten des Verbands der Ersatzkassen hervor. Bayern liegt damit ungefähr im bundesweiten Schnitt: In Deutschland insgesamt sind es 2125 Euro pro Monat, 110 Euro mehr als vor einem Jahr. Regional gibt es allerdings erhebliche Unterschiede: Bayern ist das sechstteuerste Bundesland.

In den Summen ist zum einen der Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten. Die Pflegeversicherung trägt – anders als die Krankenversicherung – nur einen Teil der Kosten. Für Heimbewohner kommen Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen in den Einrichtungen hinzu. Der Eigenanteil allein für die reine Pflege stieg in Bayern von 985 Euro im Januar auf 1025 Euro.

Entlastung soll eine Pflegereform bringen, die die Große Koalition im Bundestag beschlossen hat. Heimbewohner bekommen demnach ab 1. Januar 2022 einen neuen Zuschlag. Der Eigenanteil für die reine Pflege soll damit im ersten Jahr im Heim um fünf Prozent sinken, im zweiten Jahr um 25 Prozent, im dritten Jahr um 45 Prozent und ab dem vierten Jahr um 70 Prozent. Die Vorstandschefin des Verbandes der Ersatzkassen, Ulrike Elsner, sagte, eine solche „kleine Pflegereform“ reiche bei Weitem nicht aus. Es gelte, Pflegebedürftige spürbar zu entlasten. Das verlangt auch die VdK-Präsidentin Verena Bentele. Sie fordert, dass die Pflegeversicherung künftig alle Kosten übernimmt.

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