München – Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat sich dafür ausgesprochen, bei zunehmendem Impffortschritt die Zahl der Klinikeinweisungen in die Beurteilung der Corona-Gefahr einzubeziehen. „Inzidenz ist weiter ein wichtiger Vorwarnwert, wir wissen aber, dass wir sie ergänzen wollen um die Frage der Hospitalisierung“, sagte Holetschek. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) arbeite gerade an einer Modellierung, wie man Hospitalisierung vor dem Impfen und danach sehen könne und wie man dies ins Verhältnis zur Inzidenz setzen könne. Eine Arbeitsgruppe der Gesundheitsministerkonferenz solle dies auf eine „einfache, kommunikative Formel“ bringen. „Ich bin der Meinung, dass die jetzigen Werte natürlich in der Zukunft höher sein müssen“, sagte Holetschek.
Unterdessen hat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) eine neue Debatte über Grenzkontrollen angestoßen. Er forderte den Bund auf, Voraussetzungen für Kontrollen des Autoreiseverkehrs zu schaffen. „Tests, so wie wir sie aus unserem normalen Alltag kennen“, sollten bei jeder Einreise verlangt werden. Und an der Grenze solle es „zumindest Stichproben“ geben, sagte er dem „Weser-Kurier“.
Auch Holetschek warnt davor, „die Fehler des Sommers 2020“ zu wiederholen und den Reiseverkehr erneut zum Pandemietreiber werden zu lassen. „An Flughäfen und auf Autobahnen, aber auch im Bahnverkehr sollte der Bund verstärkte Kontrollen gewährleisten“, sagte der Minister unserer Zeitung. Die ersten negativen Erfahrungen mit Reiserückkehrern seien in Bayern bereits spürbar. dpa/hor