Gmund – Die CSU tritt mit milliardenschweren Steuer-Forderungen zur Bundestagswahl an. Für Unternehmen, Familien, Gastronomie, Pendler und Wohnungsbauer sollen Steuern sinken, Elterngeld, Mütterrente und Handwerkerbonus steigen. Dieses Konzept hat der CSU-Vorstand am Freitag bei einer Klausur am Tegernsee beschlossen, begleitet von Kritik an CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet.
Die Opposition äußerte Kritik. Die CSU habe „keinen Plan zur Finanzierung ihrer teuren Vorhaben“, sagte Grünen-Geschäftsführer Michael Kellner. Die FDP warf der Union vor, zigfach Versprechen gebrochen zu haben. CSU-Chef Markus Söder indes betonte: „Die Krise können wir nur mit neuem Schwung hinter uns lassen.“
Bei der CSU-Klausur wurde zudem deutliche Kritik am bisherigen Wahlkampf der Schwesterpartei CDU laut. Söder warnte, man komme nicht „im Schlafwagen“ ins Kanzleramt. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der CSU ergab zudem schlechte Werte für Laschet. Diesen Daten zufolge würde rund ein Drittel der Wähler von FDP, AfD und Freien Wählern dann CSU wählen, wenn Söder Kanzlerkandidat geworden wäre. Zudem ermittelte Forsa, dass erstmals 55 Prozent der Wähler ihre Stimme per Brief abgeben wollen, und dies eher früh.
Die CSU nannte als ihr Wahlziel, jeden Wahlkreis zu gewinnen. Söder forderte zudem, in einer neuen Bundesregierung mindestens drei CSU-Minister zu stellen. Landesgruppenchef Alexander Dobrindt warnte die CSU-Spitze laut Teilnehmern zudem davor, die Themen Migration und Klima zu unterschätzen. cd