Ärger um Spahns Corona-Plan

von Redaktion

Strengere Regeln für Ungeimpfte – Nachweispflicht im Restaurant

Berlin/München – In der Politik verschärft sich der Streit über den Umgang mit Ungeimpften. Der Plan von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), bei einer ungünstig verlaufenden vierten Welle Getestete ohne Impfung nicht mehr mit Geimpften und Genesenen gleichzustellen, sorgt für Ärger. FDP, Freie Wähler, AfD und Linke sowie Teile der Wirtschaft protestieren. Auch wird um die Test-Kosten gestritten.

Noch sind Details offen. Spahn will, dass ab Mitte oder Ende September bundesweit nur mit Test, Impfung oder Genesenennachweis die Gastronomie betreten werden darf, ebenso Hotels, Fitnessstudios und Veranstaltungen in Innenräumen. Steigen die Fallzahlen und die Klinikbelegung, könnten für Getestete ohne Impfung strengere Regeln gelten: Kontaktlimits, sogar der Ausschluss aus der Gastronomie.

„Ja, das Impfen ist eine persönliche Entscheidung“, sagte Spahn unserer Zeitung. „Aber es ist auch eine mit Auswirkungen für uns alle.“ Hingegen warnte FDP-Vize Wolfgang Kubicki, es komme einer direkten Impfpflicht gleich, wenn die Regierung Ungeimpfte vom sozialen Leben ausschließe. Es sei auch „extrem unsozial“, Ungeimpfte für Tests bezahlen zu lassen. Spahn verlangt explizit, dass ab Mitte Oktober Schnelltests nicht mehr kostenlos sein sollen für Menschen, die ein Impfangebot hatten.

Die Gastronomie nimmt die Pläne teils skeptisch auf. „Wenn nur noch Geimpfte und Genesene kommen dürfen, dann kommen wieder weniger Gäste“, warnt etwa der Münchner Wirt Christian Schottenhamel. Die Impfkampagne werde „auf dem Rücken der Gastwirte ausgetragen“.  cd/hor/nb

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