Berlin – Nach der Eroberung der Stadt Kundus durch die Taliban hat der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen (CDU), vor einem internationalen „Desaster“ gewarnt. In Afghanistan bestehe nun die Gefahr, dass die Islamisten das ganze Land eroberten, sagte Röttgen am Sonntag der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Es darf jetzt nicht zugelassen werden, dass sie militärisch einseitig Fakten schaffen.“ Eine politische Lösung sei dann unmöglich.
Röttgen appellierte an die internationale Gemeinschaft, die Entwicklung zu stoppen. Dies könne auch eine Beteiligung der Bundeswehr bedeuten. Die Ergebnisse von 20 Jahren dürften nicht zunichte gemacht werden. „Wenn es also militärische Fähigkeiten der Europäer, auch der Deutschen, gibt, die jetzt benötigt würden, dann sollten wir sie zur Verfügung stellen.“ Richtung USA sagte er: „Präsident Joe Biden hat es jetzt noch in der Hand, das erste große außenpolitische Desaster, dass aus seiner Fehlentscheidung entstanden ist, ohne Absprache mit den Alliierten den raschen Rückzug der amerikanischen Truppen anzuordnen, in den Griff zu bekommen.“