Berlin – Mögliche Einschränkungen für Nicht-Geimpfte, mehr Rechte für Geimpfte und die Zukunft kostenloser Tests: Vor dem Bund-Länder-Gipfel am Dienstag diskutiert die Politik über den weiteren Kurs. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident und CDU-Chef Armin Laschet lehnt eine Benachteiligung von Ungeimpften ab, sofern diese einen negativen Corona-Test vorweisen können. „Wer geimpft, genesen oder getestet ist, den darf der Staat nicht von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ausnehmen“, sagte der CDU/CSU-Kanzlerkandidat der „Bild am Sonntag“. Die Tests müssten in Zukunft aber selbst bezahlt werden. Damit widerspricht Laschet unter anderem seinem Parteifreund Jens Spahn. Der Bundesgesundheitsminister hält Bereiche nur für Geimpfte und Genesene für denkbar.
Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) sagte der „Welt am Sonntag“ hingegen, es werde zu viel über den angeblichen indirekten Impfzwang geredet und zu wenig über die Rechte von Geimpften. „Ich gehe aber davon aus, dass sich das im Herbst von selbst regeln wird, weil Hoteliers, Clubs, Veranstalter sagen werden: ,Sorry, bei mir kommst du nur mit einem Test nicht mehr rein.‘“
Grünen-Chef Robert Habeck sagte im ZDF: „Es wird einen Unterschied geben im Zugang von Rechten und in der Freiheit des Lebens zwischen den Geimpften und Ungeimpften.“ Er sprach sich zudem für weiter kostenlose Tests aus.
Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery forderte zudem eine Testpflicht für alle Reiserückkehrer – „auch Geimpfte und Genesene“.