Inzidenz 800 unter Jugendlichen

von Redaktion

Corona: Mühldorf und Miesbach Spitzenreiter – „Durchseuchung“

München – Bei Kindern und Jugendlichen schießen die 7-Tage-Inzidenzen in die Höhe. In Mühldorf am Inn liegt der Wert für die 15- bis 34-Jährigen mittlerweile über 800, in Traunstein und Miesbach deutlich über 700 – solche Werte gab es nicht mal vergangenen Winter. Viele Infektionen passieren in und nach der Schule, erklärt der Virologe Prof. Franz-Xaver Reichl. „Ungeimpfte stecken Ungeimpfte an – das nennen wir Durchseuchung.“ Auch Johannes Hübner vom Haunerschen Kinderspital in München wundert sich nicht über die hohen Zahlen bei den Kindern und Jugendlichen. Ein Grund dafür sei auch das konsequente Testen in den Schulen. „Eine hohe Dunkelziffer an Infizierten gibt es in allen Altersgruppen – aber nur bei den Kindern und Jugendlichen entdecken wir sie.“ Auf der Intensivstation der Münchner Kinderklinik machen sich hohe Inzidenzen aber nicht bemerkbar, betont Hübner. Seit Beginn der Pandemie waren dort 50 Kinder mit Covid-19 in Behandlung, vier davon auf der Intensivstation.

Trotz der hohen Inzidenzen will die Staatsregierung einen neuen Lockdown verhindern. „Wir wollen auch keinen Lockdown für Ungeimpfte als theoretisch denkbare Maßnahme“, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) nach einer Kabinettssitzung, zu der auch Landräte und Oberbürgermeister besonders betroffener Regionen geladen waren. Die geltenden Corona-Maßnahmen wurden zudem bis 24. November verlängert.

Die FDP fordert die Rückkehr kostenloser Coronatests. Nur durch ein flächendeckendes, kostenloses Angebot können die Infektionsketten nachvollzogen und unterbrochen werden.   sco/mmä

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