Preise in Bayern steigen um 4,6 %

von Redaktion

Zentralbank hält dennoch an ihrer ultralockeren Geldpolitik fest

München – Die Verbraucherpreise in Bayern ziehen weiter an. Im Oktober lag die Teuerungsrate auf Jahressicht bei 4,6 Prozent, wie das Landesamt für Statistik mitteilte. Das waren 0,4 Prozentpunkte mehr als im September. Treiber sind insbesondere weiter Heizöl und Kraftstoffe, die sich im Vergleich zum Herbst 2020 stark verteuert haben. Ohne sie läge die Preissteigerung bei 3,2 Prozent.

Trotz der seit Monaten steigenden Teuerungsraten halten Europas Währungshüter an ihrem Kurs des billigen Geldes fest. Erst im Dezember will der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) entscheiden, wie es mit den milliardenschweren Anleihenkäufen weitergeht.

Ein Ende des Zinstiefs im Euroraum ist jedenfalls nicht in Sicht. Bei seiner Sitzung am Donnerstag beließ der EZB-Rat den Leitzins für den Währungsraum der 19 Staaten auf dem Rekordtief von null Prozent. Auf diesem Niveau liegt der Zins nunmehr seit März 2016. Geschäftsbanken müssen nach wie vor 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank in Frankfurt parken. Diese Kosten landen immer häufiger bei den Bankkunden, die für Guthaben Strafzinsen bezahlen müssen, zum Teil schon für Beträge ab 50 000 Euro.

Beim Kauf von Anleihen tritt die EZB im laufenden Quartal zwar etwas auf die Bremse. Doch das zur Abfederung des Corona-Schocks aufgelegte Anleihenkaufprogramm, für das 1,85 Billionen Euro für den Erwerb von Staats- und Unternehmenspapieren veranschlagt sind, läuft weiter. Kritiker werfen der EZB vor, mit dem billigen Geld die Inflation anzuheizen, die sie eigentlich im Zaum halten will.

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