Lukaschenko droht mit Gas-Stopp

von Redaktion

Warnung vor weiteren EU-Sanktionen im Migrationsstreit

Minsk – Der Flüchtlingsstreit zwischen der EU und Belarus spitzt sich weiter zu: Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko drohte gestern im Falle weiterer EU-Sanktionen mit einem Stopp der Gaslieferungen nach Europa. Zuvor hatte die EU für kommende Woche neue Sanktionen angekündigt. Gestern Abend wollte der UN-Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung wegen der dramatischen Lage im polnisch-belarussischen Grenzgebiet zusammenkommen.

„Wenn sie neue Sanktionen gegen uns verhängen, müssen wir reagieren“, warnte Lukaschenko die EU-Staaten laut der staatlichen Nachrichtenagentur Belta. „Wir wärmen Europa und sie drohen uns“, sagte er mit Blick auf die Jamal-Europa-Pipeline, die durch Belarus führt und russisches Gas nach Europa bringt. „Und was, wenn wir die Gaslieferungen unterbrechen?“

Die Pipeline hat nach Angaben des Betreibers Gazprom eine Sollleistung von 32,9 Milliarden Kubikmetern Gas jährlich. Der russische Energiekonzern ist nach eigenen Angaben alleiniger Besitzer des belarussischen Abschnitts der Gas-Pipeline.

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