München – Bayern geht heute in Teilen in einen Lockdown. Im ganzen Land werden Bars und Discos geschlossen, überall gilt eine neue Sperrstunde von 22 Uhr. Ungeimpfte werden von weiten Teilen des öffentlichen Lebens ausgeschlossen. Das haben das Kabinett beschlossen und die Landtagsabgeordneten am Abend gebilligt.
Für Hotspots mit extremer Sieben-Tage-Inzidenz jenseits der 1000 gilt ein noch härterer Lockdown. Hier müssen auch Gastronomie, Sport und Kultur vollständig schließen, auch Touristen müssen die Hotels verlassen. Diese harten Regeln treffen unter anderem die Landkreise Traunstein, Mühldorf und das Berchtesgadener Land. Rosenheim liegt laut offiziellen Daten des Gesundheits-Landesamtes mit Stadt und Landkreis ebenfalls über 1000. Das deckt sich aber noch nicht mit Daten aus Berlin.
Die Schulen und Kitas bleiben überall vorerst auf. „Wir wollen aus anderen Pandemiewellen lernen und nicht wieder bei Kindern und Jugendlichen anfangen“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Im Landtag schilderten er und Redner mehrerer Parteien eine dramatische Klinik-Lage. „Die nächsten Wochen werden brutal werden“, sagte der Freie-Wähler-Fraktionsmanager Fabian Mehring, Bayern stehe „an der Schwelle zur größten Katastrophe der Nachkriegszeit“. Die Grünen forderten die Staatsregierung eindringlich auf, die Bundeswehr um Amtshilfe im Winter zu bitten.
Eine allgemeine Impfpflicht ist nicht Teil des Landtags-Beschlusses; das fällt unter Bundesrecht. Unter allen Fraktionen jenseits der AfD zeichnete sich dafür aber eine mehrheitliche Sympathie ab. cd/sts