Traunstein/Rosenheim – Die Staatsanwaltschaft Traunstein hat jetzt gegen einen Theologen (50) aus dem Landkreis München Anklage erhoben. Das teilte ein Sprecher jetzt mit. Er soll sich zu Unrecht als Arzt ausgegeben haben und in Impfzentren in Rosenheim und im Landkreis Dachau Corona-Impfungen vorgenommen und angeordnet haben (wir berichteten).
Nach den bisherigen Ermittlungen bewarb sich der Angeklagte Ende 2020 beziehungsweise Anfang 2021 unter Vorlage einer gefälschten Approbationsurkunde als Arzt bei Impfzentren in Rosenheim und Karlsfeld. Er war in der Folge für beide Impfzentren entgeltlich tätig. In Rosenheim umfasste seine Tätigkeit nicht nur die Durchführung von Impfungen im Impfzentrum, sondern auch mobile Impfeinsätze in Alten- und Pflegeheimen im Landkreis.
Er führte laut Staatsanwaltschaft im Februar und März insgesamt 306 Impfungen selbst durch. Weitere 1144 wurden durch medizinische Fachkräfte in der Annahme durchgeführt, die Impfung sei durch den Angeklagten als Arzt angeordnet worden. Anhaltspunkte für gesundheitliche Komplikationen, die auf die fehlende medizinische Qualifikation des Angeklagten zurückzuführen sind, ergaben sich bislang nicht.
Ihm werden daher durch die Staatsanwaltschaft Traunstein gefährliche Körperverletzung, vorsätzliche Körperverletzung, Verstöße gegen das Heilpraktiker-Gesetz, Urkundenfälschung, gewerbsmäßiger Betrug und Missbrauch von Titeln und Berufsbezeichnungen zur Last gelegt.
Der Angeklagte hat sich bislang gegenüber Staatsanwaltschaft und Polizei nicht zu den Tatvorwürfen geäußert. Gegenüber einer Sachverständigen räumte er allerdings die Fälschung der Approbationsurkunde ein. Mögliche Verhandlungstermine stehen nach Auskunft einer Sprecherin des Landgerichts Traunstein indes noch nicht fest. re/mw