Ruf nach härteren Maßnahmen

von Redaktion

Kontaktsperre für Geimpfte? – Dobrindt: Weihnachtsferien vorziehen

München – Die Wucht der vierten Corona-Welle und die Ausbreitung der neuen Variante Omikron erhöhen den Druck auf die Politik. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina schlug mehrwöchige Kontaktsperren auch für Geimpfte vor. Der voraussichtliche neue Kanzler Olaf Scholz (SPD) sagte, es gebe nichts, was nicht in Betracht gezogen werde.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) forderte von der künftigen Bundesregierung drastische Maßnahmen. Man müsse „das ganze Land leider noch stärker herunterfahren“, um das Gesundheitssystem zu schützen, sagte er der „Augsburger Allgemeinen“. Die Warnung der Leopoldina sei „ein Weckruf“, es brauche „konsequente Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte, einen Lockdown für Hotspot-Regionen, Masken in Schulen und Fußballspiele ohne Zuschauer“.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt appellierte gegenüber unserer Zeitung an die neue Regierung, noch in dieser Woche die epidemische Lage, die vergangene Woche auslief, neu zu beschließen. Man müsse „alle Instrumente zur Verfügung haben“, um die Infektionszahlen zu senken. Auch ein vorzeitiger Beginn der Weihnachtsferien dürfe „kein Tabu sein“. Derweil kündigte der geschäftsführende Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) in der „Bild am Sonntag“ an, eine Impfpflicht für Kliniken und Heime noch vor Weihnachten umsetzen zu wollen.

Die neue Corona-Variante Omikron wurde am Wochenende erstmals auch in Bayern nachgewiesen. Unterdessen wurden zur Entlastung der Intensivstationen 29 schwerkranke Patienten aus Bayern in andere Bundesländer ausgeflogen.

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