Kritik an Impf-Kommission wächst

von Redaktion

Stiko-Chef Mertens bei Kinder-Vakzin skeptisch, Sorge wegen Omikron

Berlin – Der Unmut in der Politik über die Ständige Impfkommission (Stiko) nimmt zu. Das Gremium will sich bis 11. Dezember dazu äußern, ob Kinder unter zwölf Jahren geimpft werden sollen. Stiko-Chef Thomas Mertens sagte jetzt aber in einem Podcast der „FAZ“, dass er ein sieben- oder achtjähriges Kind aktuell wohl nicht impfen lassen würde. Grund sei die unzureichende Datenlage über Verträglichkeiten.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kritisierte Mertens. Ankändigungen zu „Sicherheit und Stabilität der Empfehlung“ solle man weder in Talkshows noch in Podcasts machen. Auch Manuela Schwesig, SPD-Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, warf der Stiko Versäumnisse vor. „Bei den Booster-Impfungen sind wir zu spät dran“, sagte sie dem „Spiegel“. Die Stiko habe Boostern für alle erst im November empfohlen. Ärzte hätten sich daran orientiert.

Mertens räumte Fehler seines Gremiums ein. Bestimmte Entscheidungen seien zu spät erfolgt, sagte er im ARD-Magazin „Panorama“. Es wäre demnach besser gewesen, früher mit dem Boostern anzufangen. Die Stiko ist von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zu unterscheiden. Die EMA lässt die Impfstoffe zu. Die Stiko gibt Empfehlungen, wie eine Impfung am sinnvollsten in der Bevölkerung angewendet wird.

Unterdessen wächst die Sorge wegen der neuen Omikron-Variante. Das Mutations-Tempo habe ihn überrascht, sagte Biontech-Chef Ugur Sahin am Freitag. Er glaube, „dass wir ab einem bestimmten Zeitpunkt einen neuen Impfstoff gegen diese neue Variante benötigen werden“. Bei Bedarf könne das Biontech-Vakzin aber schnell angepasst werden.  asc

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