Polizei jagt Impfpass-Fälscher

von Redaktion

Tausende Fälle in den letzten Wochen: Ermittlung auf Hochtouren

München/Berlin – Die Behörden kommen immer mehr Impfpass-Fälschern auf die Schliche. Aktuell laufen tausende Verfahren, allein in Bayern sind es über 3000. Das berichtete die „taz“ unter Berufung auf eine Umfrage bei allen Landeskriminalämtern. Allein das LKA Bayern ermittelt heuer in 3070 Fällen, Anfang September gab es dort erst 110. In Nordrhein-Westfalen seien 2495 Fälle gezählt worden, knapp die Hälfte davon seit Ende November. In Berlin seien es 1028 Fälle, selbst im bevölkerungsarmen Schleswig-Holstein werde zu 550 Fällen ermittelt – zwei Drittel seien davon in den letzten vier Wochen angefallen.

Das Berliner LKA verwies der „taz“ zufolge darauf, dass die Fälschungen nicht nur bei Telegram, sondern auch bei Whats-app oder Ebay-Kleinanzeigen zum Kauf angeboten würden, zu Preisen zwischen 50 und 350 Euro. Digitale Nachweise seien teurer als die gelben Papier-Impfbücher. Das nordrhein-westfälische LKA warnt: „Nicht nur die Täter begehen eine Straftat, sondern auch die Käufer. Wer einen solchen gefälschten Impfpass gebraucht, macht sich wegen Urkundenfälschung strafbar.“

An den Außengrenzen Bayerns registriert die Polizei zudem immer wieder Impfbetrugs-Tourismus. Vor allem an der Grenze zu Österreich versuchten Menschen mit Wohnsitz im Nachbarland, mit gefälschten Impfnachweisen in Bayern digitale Zertifikate zu bekommen, teilte das LKA in München mit. Wer beim Betrugsversuch erwischt werde, müsse mit empfindlichen Geldstrafen rechnen, warnt die Polizei. Schon der Versuch, mit einem gefälschten Impfnachweis ein Zertifikat zu bekommen, gelte als Straftat.  mm

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