Berlin – Die Quarantäne-Regeln werden gelockert, die Corona-Vorgaben verschärft: Darauf steuern Bund und Länder bei ihren Beratungen heute zu. Die Maßnahmen sollen helfen, die Omikron-Welle im Griff zu behalten, die Deutschland nun fast überall erfasst hat.
In einem Entwurf für die Ministerpräsidenten-Runde heute steht, dass für alle Corona-Infizierten zehn Tage Quarantäne gelten sollen. Ein Test mit Zertifikat kann das auf sieben Tage verkürzen. Enge Kontaktpersonen müssen ebenfalls in Quarantäne. Ausgenommen werden frisch Geimpfte und Geboosterte, außerdem Genesene bis zwei Monate nach der Erkrankung. Gestritten wird noch, ob es etwas kürzere Zeiten geben soll für Beschäftigte in Schlüsselbereichen wie Polizei, Feuerwehr, Energieversorgung und Gesundheitswesen. Hier ist eine fünftägige Quarantänepflicht für Kontaktpersonen im Gespräch, wenn sie keine Symptome zeigen und einen negativen Test vorweisen.
Neue Kontaktregeln sind noch nicht festgelegt. „Wir werden wahrscheinlich noch einmal zulegen müssen“, sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Zudem sind „2Gplus“-Regeln für die Gastronomie im Gespräch, Geboosterte wiederum explizit ausgenommen. Einen Lockdown plant die Runde nicht. Allerdings gelten zumindest in Bayern einschneidende Regeln, sollte die Inzidenz regional über 1000 steigen; aktuell sind es knapp 235.
Möglich ist, dass sich die Regierungschefs heute vertagen; dies deutete Markus Söder (CSU) an. Auch im Bundestag verzögern sich die Beratungen über eine Impfpflicht auf voraussichtlich Mitte Februar. mik/afp