Berlin – Die explodierenden Energiepreise setzen immer mehr Haushalte unter Druck. Verbraucherschützer fordern, dass der Staat eingreifen und Zuschüsse gewähren soll. Zugleich ziehen auch immer mehr kleinere Energieversorger, die auf kurzfristige Einkaufsstrategien gesetzt haben, die Reißleine: Sie melden Insolvenz an oder kündigen ihren Kunden die Verträge. Betroffene bekommen von ihrem Grundversorger weiterhin Strom, oft aber zu teuren Neukundentarifen.
Deutschlands oberster Verbraucherschützer Klaus Müller, Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, fordert „Erste-Hilfe-Maßnahmen“ wie einen Heizkostenzuschuss für ärmere Haushalte. Nötig seien überdies „grundsätzliche Entscheidungen, um die Preiskrise der fossilen Energien zu lösen“. Zumindest bei den Heizkosten gibt es Bewegung. Die Bundesregierung will noch in diesem Monat einen Zuschuss für Bezieher von Wohngeld beschließen. Aus einem ersten Entwurf geht hervor, dass ein einmaliger Zuschuss von mindestens 135 Euro gewährt werden soll. Für einen Zwei-Personen-Haushalt wären es 175 Euro, für jeden weiteren Mitbewohner weitere 35 Euro.
Zu den Preissprüngen beim Strom kommen weitere an der Tankstelle: Der Preis für einen Liter Diesel hat ein Allzeithoch erreicht, wie der ADAC berichtet. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt kostete ein Liter Diesel zuletzt 1,584 Euro, das ist der höchste je vom Verkehrsclub gemessene Wert. Super der Sorte E10 schlug mit 1,659 Euro zu Buche und ist damit fünf Cent von seinem Rekordwert aus dem Jahr 2012 entfernt.