München – Trotz stark steigender Omikron-Fälle will die Staatsregierung die Corona-Regeln lockern. In der Gastronomie bleibt es bei 2G ohne zusätzliche Testpflicht, beschloss das Kabinett am Dienstag. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) kündigte zudem Gespräche über Erleichterungen für die Kulturbranche an.
Dort solle die Kapazitätsgrenze von 25 Prozent gelockert werden, sagte Aiwanger. Natürlich gebe es „eine gewisse Diskrepanz“ zur Gastronomie, räumte er ein und sagte ein Spitzengespräch zu. Noch im Januar will das Kabinett zudem darüber beraten, ob regionale Lockdowns erst später greifen sollen. Eine Sieben-Tage-Inzidenz von 1000 könnte in mehreren Landkreisen, selbst in der Stadt München, schon bald erreicht werden. Nun ist im Gespräch, die Grenze zu erhöhen, um Gastronomie, Kultur und Sportangebote länger offen zu halten. Aiwanger sowie mehrere CSU-Politiker begründeten das mit der bisher geringeren Hospitalisierung bei der Omikron-Variante.
Die Akzeptanz der Regeln in Bayern ist vergleichsweise hoch. Nach Zahlen des Innenministeriums gab es in den letzten zwei Monaten bei rund 130 000 Kontrollen nur 7281 Verstöße – zwei Drittel davon gegen Zugangsregeln für Ungeimpfte, ein Drittel gegen die Maskenpflicht. „Die intensiven Polizeikontrollen werden systematisch und möglichst flächendeckend fortgeführt“, kündigte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) an.
Die Grünen im Landtag warfen der Koalition indes „Leichtsinn“ vor. Sie verlangen strengere Regeln für die Gastronomie. Die FDP begrüßte die 2G-Entscheidung explizit. cd