Spätere Sperrstunde in Bayern

von Redaktion

Söder will weiter vorsichtig lockern – Habeck gegen schnelle Schritte

München – Bayerns strenge Sperrstunde wird gelockert. Nach Informationen unserer Zeitung bereitet die Staatsregierung einen Beschluss vor, die Gastronomie künftig bis 23 Uhr oder Mitternacht öffnen zu lassen. Am Dienstag wollen CSU und Freie Wähler den Weg dafür freimachen, gültig noch im Lauf der Woche.

Es seien wohl „weitere vorsichtige Schritte“ beim Lockern möglich, heißt es im Umfeld von Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Er habe sich am Wochenende noch mal in allen Regionen nach den Klinik-Daten erkundigt. Tenor: Die Ansteckungen sind weiterhin extrem hoch, es gibt aber kaum Auswirkungen auf die Kliniken. Vereinzelt steigen die Zahlen auf den Normalstationen, bei den Intensivpatienten gibt es aber keinen Anstieg.

Für eine spätere Sperrstunde (aktuell 22 Uhr) gibt es in der Staatsregierung eine klare Mehrheit – die Freien Wähler werben seit Tagen dafür. Auch bei den anderen Parteien im Landtag ist Zustimmung absehbar. Zum Vergleich: Österreich hat am Wochenende die 22-Uhr-Sperrstunde um zwei Stunden nach hinten geschoben.

Bayern kann die Sperrstunde ohne Rücksprache mit dem Bund regeln. Gleiches gilt für Überlegungen, weitere Schritte mit Kultur und Sport zu gehen, also dort die Zuschauerzahlen zu erhöhen. Gleichzeitig wirbt Söder beim Bund für einen Stufenplan. Hier gibt es in der Ampel-Koalition Unterstützung von der FDP. Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) warnen aber vor einer schnellen Lockerung. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz überstieg am Wochenende erstmals 1400, in Bayern 1700.  cd

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