München – Bricht die Omikron-Welle diese Woche? Das Robert-Koch-Institut meldet erstmals seit Ende Dezember eine niedrigere Sieben-Tage-Inzidenz als am Vortag. Der Wert sank bundesweit am Sonntag leicht auf 1466, in Bayern von 1824 auf 1798. Allerdings gibt es Unsicherheiten bei den Daten. Das überlastete Melde- und Testsystem spricht für eine Untererfassung der Fälle. Und offenbar steigt die Zahl derer, die sich einen positiven Selbsttest nicht mit einem offiziellen PCR-Test bestätigen lassen. Außerdem werden PCR-Tests seit Samstag stark eingeschränkt.
Der Corona-Experte Clemens Wendtner sieht Bayern deshalb noch nicht über den Berg. „Ich bin skeptisch, dass wir in Bayern schon jetzt den Höhepunkt der Omikron-Welle erreicht haben. Ich erwarte das erst in den nächsten Wochen“, sagte der Chefarzt der Infektiologie an der München Klinik Schwabing. Frühestens rechne er Mitte der Woche mit einem Scheitelpunkt. Der Expertenrat der Bundesregierung hält ein Zurückfahren von Corona-Maßnahmen laut Stellungnahme vom Sonntag für vertretbar, sobald Hospitalisierung und Intensivbetten-Belegung deutlich fallen.