München – Die Ermittlungen nach dem S-Bahn-Unglück in Schäftlarn konzentrieren sich auf einen der beiden Lokführer. Der 54-Jährige aus dem Raum Fürstenfeldbruck, der die S-Bahn Richtung München fuhr, werde nun „als Beschuldigter geführt“, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I, Anne Leiding. Der Mann habe vermutlich ein Haltesignal überfahren. Ob es sich um menschliches oder technisches Versagen gehandelt habe, sei aber offen, betonte Leiding. Der Lokführer liegt schwer verletzt im Krankenhaus, konnte jedoch vernommen werden. Er ließ aber über einen Anwalt mitteilen, sich vorerst nicht weiter zu äußern. Auch der 21-jährige Lokführer der anderen S-Bahn wurde schwer verletzt.
Die Staatsanwaltschaft hat die Handys aller Beteiligten – der Lokführer und der beiden Fahrdienstleiter in Wolfratshausen und Höllriegelskreuth – beschlagnahmt, außerdem die „interne Sprachkommunikation“ zwischen den Akteuren sowie Datenträger der S-Bahnen. Die Datenmenge lasse sich mit der bei einem Flugzeugabsturz vergleichen, sagte Leiding. Eine Blutprobe bei den Lokführern war negativ – „0,0 Promille“.