München – Angesichts des Krieges in der Ukraine rüsten die deutschen Sicherheitsbehörden auf: „Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat seinen Eigenschutz und seine Krisenreaktion gestärkt und hat dazu das Nationale IT-Krisenreaktionszentrum aktiviert“, hieß es seitens des BSI. Außerdem seien mögliche Angriffsziele wie die Bundesverwaltung, die Betreiber kritischer Infrastruktur und Unternehmen gewarnt worden. Die Aktivitäten der IT-Sicherheitskräfte werden im Nationalen Cyber-Abwehrzentrum in Bonn koordiniert. Dort arbeiten unter anderem das Bundeskriminalamt, das Bundeswehr-Kommando Cyber- und Informationsraum und der Bundesnachrichtendienst zusammen. Laut BSI wurden bislang „im Zusammenhang mit der Situation in der Ukraine“ keine Angriffe erkannt. Das könne sich jedoch jederzeit ändern.
Auch die Wirtschaft fürchtet digitale Vergeltungsschläge: „Es ist nicht auszuschließen, dass die Cyberattacken, die in der Ukraine stattfanden, auch Deutschland treffen werden“, sagte ein Sprecher der Bayerischen Industrie- und Handelskammer. Besonders wichtig sei jetzt der Schutz des Verkehrs, der Energieversorger und der Krankenhäuser. Der Verband rät allen Unternehmen dringend, sich mit Notfallplänen zu wappnen.
Die Hacker-Bewegung Anonymous indes hat Putin den Cyber-Krieg erklärt und setzt auf Angriff: Die Aktivisten, deren Erkennungsmerkmal weiße Guy-Fawkes-Masken sind, haben die Websites mehrerer russischer Medien zeitweise lahmgelegt. Darunter war auch der Sender Russia Today, dessen Ausstrahlung die EU-Kommission verbieten will. Betroffen von den Angriffen war auch der russische Energieriese Gazprom. mas