Berlin – In der Ampel-Koalition gibt es breiten Widerspruch zu Forderungen nach längeren Akw-Laufzeiten oder einem Aufschub bei der Energiewende. „Aus Sicherheitsgründen halte ich eine Laufzeit-Verlängerung der letzten drei Atomkraftwerke in Deutschland für nicht verantwortbar“, erklärte Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne). Stattdessen pochte sie auf den rascheren Ausbau erneuerbarer Energien.
Gerade „in einer Krisenzeit wie dieser“ könne Atomkraft sogar zu einer höheren Verwundbarkeit führen. „Die große weltweite Sorge um die Akw-Sicherheit in der Ukraine führt uns allen gerade das potenzielle Schadenausmaß von Atomkraftwerken dramatisch vor Augen“, warnte Lemke. Die Aufgabe sei jetzt aber, dass „wir unsere Energieversorgung sehr schnell krisenfest machen müssen“.
„Wir haben vor 21 Jahren den Atomausstieg vereinbart, daran wollen und werden wir festhalten“, sagte auch die SPD-Vorsitzende Saskia Esken nach Beratungen des Parteivorstands in Berlin. Atomenergie sei „die teuerste Energieform, in keiner Weise nachhaltig“ und mit „hohen Risiken verbunden“. CSU-Chef Markus Söder hatte am Mittwoch eine Laufzeitverlängerung etwa für bayerische Kraftwerke um drei bis fünf Jahre ins Spiel gebracht.