Rosenheim/Belgrad – Ein 54 Jahre alter Mann, der am 19. Juli 2021 aufgrund eines europäischen Haftbefehls am Flughafen in Belgrad verhaftet worden ist, wurde jetzt nach Deutschland ausgeliefert. Die hiesigen Strafverfolgungsbehörden werfen ihm zahlreiche Straftaten vor.
Der Gesuchte war nach Angaben der Polizei in den Jahren 2014 und 2015 als Mediziner in Gemeinden im Chiemgau tätig und wurde wegen des Verdachts, zahlreiche Straftaten begangen zu haben, von den deutschen Strafverfolgungsbehörden gesucht. Ihm werden falsche Versicherung an Eides statt, 100 Fälle des vorsätzlichen Bankrotts, zwölf Fälle der Veruntreuung von Löhnen und zweifache Urkundenfälschung vorge-worfen. Der Mann soll insgesamt einen Schaden von rund 180 000 Euro verursacht haben.
Die Behörden suchten nach dem 54-Jährigen europaweit per Haftbefehl. Die Staatsanwaltschaft Traunstein fahndete darüber hinaus nach ihm wegen mehrmaligen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, wegen Verstößen gegen das Pflichtversicherungsgesetz und wegen Steuerhinterziehung.
Weil sich der Gesuchte seit Jahren auf der Flucht befand, übernahmen die Fahndungsspezialisten der Rosenheimer Kripo den Fall. Nach und nach kamen die Ermittler dem Flüchtigen immer näher. So fanden sie heraus, dass sich der 54-Jährige seit 2017 in China aufhielt, weshalb der europäische Haftbefehl schließlich auch auf den asiatischen Raum ausgeweitet wurde.
Die Handschellen klickten letztlich am 19. Juli 2021, als der Mann über den Luftweg von Asien nach Europa reiste und am Flughafen in Belgrad von den serbischen Behörden verhaftet werden konnte. Vergangenen Mittwoch holten ihn Beamte des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd per Linienflug aus Belgrad ab. Er wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.