Bürger spüren die Inflation stark

von Redaktion

Debatte um Aussetzung der Mehrwertsteuer – FDP stellt sich quer

München – Die steigenden Preise für Lebensmittel bewegen die Menschen immer stärker: Mehr als zwei Drittel der Bundesbürger spüren die Teuerung persönlich bereits deutlich, ein Großteil schränkt sich im Supermarkt und an der Zapfsäule ein. Angesichts dieser Entwicklung mehren sich Forderungen nach weiteren Entlastungen.

In einer Forsa-Umfrage gaben 20 Prozent der Befragten an, die Teuerung persönlich bereits „sehr stark“ zu spüren, 48 Prozent merken sie „stark“. Rund ein Drittel der Befragten merkt die Inflation demnach „weniger stark“ (30 Prozent) oder „gar nicht“ (2). Die Inflationsrate hatte laut Statistischem Bundesamt im März mit 7,3 Prozent den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht. 69 Prozent der Bürger versuchen bereits, sich beim Heizen und beim Strom einzuschränken.

Dietmar Bartsch (Linke) forderte eine „temporäre Aussetzung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel“. Dies sei eine Maßnahme, „die schnell wirken würde, so etwas braucht es jetzt“, sagte Bartsch. Zuvor hatte bereits Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) Sympathie für den Vorschlag erkennen lassen. FDP-Fraktionschef Christian Dürr erteilte den Forderungen dagegen eine Absage. Auch der reduzierte Mehrwertsteuersatz während der Pandemie habe sich in den Geldbeuteln „kaum bemerkbar gemacht“.

Derweil fordern das Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) eine Ausweitung der geplanten 300-Euro-Energiepauschale auf Rentner. Bislang ist der Zuschuss auf einkommensteuerpflichtige Beschäftigte beschränkt.

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