Anteil von russischem Gas sinkt

von Redaktion

Habeck: Inzwischen noch 35 Prozent – EU nennt Lieferstopp Erpressung

Berlin – Nach dem Stopp russischer Gaslieferungen an Polen und Bulgarien sieht die Bundesregierung die Versorgung deutscher Kunden zunächst nicht in Gefahr. „Derzeit ist die Versorgungssicherheit hier gewährleistet“, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Die Gasflüsse seien stabil. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) wollte einen Gas-Lieferstopp für Deutschland allerdings nicht ausschließen.

Deutschland deckte im vergangenen Jahr 55 Prozent seines Gasbedarfs in Russland und arbeitet mit Eile daran, die Abhängigkeit zu verringern, sagte Habeck. Der Anteil russischer Lieferungen liege inzwischen bei 35 Prozent. Im März lag dieser Wert noch bei 40 Prozent. Auch die Speicher füllten sich seit März langsam. Die Lage werde sehr genau beobachtet. Der Netzagentur zufolge sind die Füllstände der Speicher mit dem Frühjahr 2017 vergleichbar und höher als im Frühjahr vergangenen Jahres.

Vor allem durch den Ankauf von verflüssigtem Erdgas (LNG) soll der Anteil von russischem Gas weiter gesenkt werden. Das Ziel: Bis Sommer 2024 soll er auf zehn Prozent zurückgehen. Man arbeite mit Hochdruck daran, LNG-Terminals zu errichten, sagte Habeck.

Der russische Staatskonzern Gazprom hatte im Streit über Zahlungsmodalitäten die Belieferung Polens und Bulgariens eingestellt. Die EU-Kommission kritisierte das russische Vorgehen als Erpressungsversuch, was ein Kremlsprecher zurückwies. Polen und Bulgarien erhalten nach Angaben von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Gas von ihren EU-Nachbarn. Bulgariens Anschluss ans Netz des benachbarten Griechenlands soll im Juni fertig sein.

Artikel 5 von 11