Berlin – Im Kampf gegen die Folgen der Inflation will Kanzler Olaf Scholz (SPD) sich offenbar für eine steuerfreie Einmalzahlung der Unternehmen an ihre Beschäftigten stark machen. Das wolle Scholz am 4. Juli bei der konzertierten Aktion mit Arbeitgebern und Gewerkschaften vorschlagen, berichtete die „Bild am Sonntag“.
Rolf Mützenich warb für die Idee: „Wenn Arbeitgeber und Gewerkschaften sich auf Einmalzahlungen an die Beschäftigten verständigen, um besonders schwierige Momente in den nächsten Monaten abzufedern, dann könnte auch der Staat dies sinnvoll ergänzen“, sagte der SPD-Fraktionschef. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger warnte jedoch, Vorgaben aus der Politik könnten Tarifverhandlungen eher erschweren als erleichtern. Auch FDP-Chef Christian Lindner äußerte sich skeptisch.
Das Kanzleramt will eine Lohn-Preis-Spirale und eine weitere Inflationssteigerung verhindern. Die Regierung geht davon aus, dass die derzeitige Inflation von einem Energieengpass getrieben wird. Für eine Einmalzahlung anstelle von Lohnsteigerungen spricht, dass sie schnell bei Arbeitnehmern ankommt.