Gaspreis-Deckel rückt näher

von Redaktion

EU-Energieminister wollen Obergrenzen beim Einkauf durchsetzen

Brüssel – Die Energieminister der EU-Länder haben sich grundsätzlich für eine Begrenzung übermäßiger Gewinne von Stromerzeugern ausgesprochen. Das geht aus einem internen Papier hervor. Am Freitag hatte die EU-Kommission den 27 Mitgliedstaaten eine Gewinn-Deckelung für Stromerzeuger als eine von mehreren kurzfristigen Maßnahmen gegen die hohen Energiepreise vorgeschlagen. Hintergrund ist, dass billig produzierende Stromerzeuger, etwa im Bereich Wind-, Kohle- und Kernkraft, gerade satte Gewinne erzielen, weil die hohen Gaspreise den Markt bestimmen. Als Limit für diese Erzeuger wurden 200 Euro pro Megawattstunde genannt.

Doch auch die Händler fossiler Energieträger sollen zur Kasse gebeten werden: Eine nicht näher benannte Solidaritätsabgabe steht im Raum.

Um die Energiepreise zu dämpfen und russische Gewinne gleichzeitig zu senken, wurde außerdem ein Preisdeckel für russisches Erdgas vorgeschlagen. Das bedeutet, dass nur bis zu einem gewissen Preis gekauft wird. Weil das Gas per Pipeline geliefert wird, kann Russland schwer andere Abnehmer finden. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck stimmte für den Vorschlag, allerdings nur, wenn auch Staaten wie Ungarn zustimmen. Insgesamt liefert Russland nur noch neun Prozent des europäischen Bedarfs, Deutschland kommt laut Habeck inzwischen ganz ohne zurecht. Parallel fordert Bundesfinanzminister Christian Lindner einen EU-Preisdeckel für russisches Öl.  afp/dpa

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