Besserung bei Lieferengpässen

von Redaktion

Erste Unternehmen melden Entspannung – Autoindustrie hadert

München – Zum Jahresende hat sich der Materialmangel in Teilen der deutschen Industrie entspannt. Im neuen Jahr hoffen dann auch Autohersteller und andere von chronischen Nachschubproblemen geplagte Unternehmen auf eine Besserung. Derzeit ist die Situation je nach Industriezweig noch sehr unterschiedlich.

„Im Vergleich zum Frühjahr hat sich die Lage deutlich verbessert“, berichtet eine Sprecherin von Bosch Siemens Hausgeräte (BSH). Den Großteil der Geräte könne man wieder normal produzieren und ausliefern. Bei wenigen Produkten seien immer noch Bauteile knapp. Man rechne mit einer weiteren Erholung.

Zahlen für den Dezember gibt es noch nicht, aber laut Münchner Ifo-Institut meldeten im November 59,3 Prozent der befragten Firmen Materialknappheit; immer noch eine große Zahl, aber der niedrigste Wert seit April 2021.

Die Autoindustrie litt laut Ifo-Institut von allen Industriezweigen am stärksten unter Lieferengpässen. So ist bei Audi in Ingolstadt nicht von Entspannung die Rede, sondern von „struktureller Unterversorgung mit Halbleitern“.

Der Mangel an Material und Vorprodukten habe sich etwas entspannt, bleibe aber ein großes Problem, sagt Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw). „Es ist zwar positiv, dass sich die Lieferengpässe derzeit leicht entspannen. Aber zum Teil ist das schlicht eine Folge der nachlassenden Weltkonjunktur.“ Demnach melden viele Unternehmen, dass Aufträge verschoben, reduziert oder storniert werden. „Zum Angebotsproblem durch Engpässe kommt ein Nachfrageproblem.“

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