München – Die staatlichen Entlastungsmaßnahmen zur Abfederung der Energie- und Inflationskrise kommen bei der Bevölkerung offenbar stärker an als noch vor einigen Monaten. Vor allem Paare und Familien schätzten ihre finanzielle Entlastung durch die Pakete der Bundesregierung mittlerweile höher ein als noch im Sommer, teilte die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung mit. Sie verwies auf Erhebungen des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Stiftung, bei der im August und im Dezember 1600 Menschen zwischen 18 und 75 Jahren befragt wurden.
Entspannung zeigte sich insbesondere bei Verbrauchern, die Gas beziehen. Im August bewerteten fast zwei Drittel von ihnen die Kosten dafür als „eher schwere“ oder „sehr schwere“ finanzielle Belastung. Im Dezember taten das 56 Prozent, obwohl der Gaspreis zwischenzeitlich weiter anzog. Auch unter Haushalten, die mit Fernwärme oder Öl heizen, ging die Belastung etwas zurück, ebenso bei Treibstoffkosten. Die Wirkung der Entlastungspakete I und II im Dezember wurde von den Befragten als deutlich höher eingeschätzt als im August.
Der Bund hat Verbraucher bei den Abschlägen für Gas und Wärme allein im Dezember mit 4,3 Milliarden Euro entlastet. Mit der „Dezember-Soforthilfe“ entfielen die Abschläge für private Haushalte. Weitere Entlastungen gibt es mit der Gas- und Wärmepreisbremse sowie der Strompreisbremse. Die ab März geltenden Preisbremsen wirken rückwirkend auch für Januar und Februar.