Berlin – Nancy Faeser hat ihre Spitzenkandidatur für die SPD bei der hessischen Landtagswahl am 8. Oktober angekündigt. „Ja, ich kandidiere“, schrieb sie gestern ihren Mitarbeitern im Ministerium in einem Brief. Ihr Ministeramt wolle sie vorerst behalten. „Ich bin die erste Frau an der Spitze des Bundesinnenministeriums – und ich möchte die erste Ministerpräsidentin in Hessen sein.“ Faeser stellte auch klar, dass sie bei einer Wahlniederlage im Bundeskabinett bleiben wolle.
Sie habe in schwierigen Zeiten die Verantwortung für das Bundesinnenministerium übernommen, schrieb Faeser. „Diese Verantwortung gebietet es mir, meine Aufgaben auch weiterhin ebenso klar und ernsthaft zu erfüllen wie bisher.“ Rückendeckung bekam sie von Kanzler Olaf Scholz (SPD). Faeser werde ihr Ministeramt trotz der Spitzenkandidatur mit voller Kraft ausfüllen, sagte Scholz gestern.
Faeser erklärte, es sei in einer Demokratie selbstverständlich, dass Kandidaten auch aus Ämtern heraus kandidieren. Als Beispiel nannte sie den früheren CDU-Bundesinnenminister Manfred Kanther, der 1995 in Hessen antrat. Kanther verlor und blieb Innenminister.