München – In der Debatte um ein europaweites Verbot neuer Autos mit Verbrennungsmotor ab 2035 attackiert die FDP die CSU. „Bundesverkehrsminister Volker Wissing muss das Ruder jetzt herumreißen, weil die CSU es versäumt hat“, sagte Christian Dürr, Chef der FDP-Fraktion im Bundestag, unserer Zeitung.
Die Union habe als Regierungspartei 16 Jahre Zeit gehabt, auf europäischer Ebene für den Verbrenner zu werben, aber sie habe es nicht getan. Hätte die CSU „ein echtes Interesse an neuen Technologien und klimaneutralen E-Fuels, hätte Ex-Verkehrsminister Andreas Scheuer sich intensiv dafür einsetzen können“, so Dürr. Stattdessen beschwöre CSU-Chef Markus Söder das Verbrenner-Aus seit 2007, damals noch als Generalsekretär. „Wenn es nach ihm gegangen wäre, dürften Diesel- und Benzinwagen heute schon nicht mehr zugelassen werden. Was die CSU in diesen Tagen von sich gibt, ist verlogen“, sagte Dürr. Zuletzt hatte Söder vor einem Verbrenner-Verbot gewarnt, weil es dem Industriestandort Bayern und den Beschäftigten schade.
Eine geplante Abstimmung der EU-Staaten am Dienstag über das Verbrenner-Aus ab 2035 wurde verschoben. hor