München/Berlin – Die durchschnittliche Nettomiete in München ist im Vergleich zu 2021 regelrecht explodiert. Der offizielle Mietspiegel der Stadt weist einen Anstieg von 21 Prozent auf, in Zahlen von 12,05 auf 14,58 Euro pro Quadratmeter. Herangezogen wurden hier nur neu vereinbarte oder veränderte Mieten aus den vergangenen sechs Jahren. OB Dieter Reiter bezeichnete den Anstieg als „niederschmetternd“, Mietervereinschefin Beatrix Zurek sprach von einem „Schock für Münchner Mieter“. Reiter forderte den Bund zu gesetzlichen Reformen auf. Bei der Datenerhebung zum Mietspiegel sollten alle Mietverhältnisse – auch günstige – herangezogen werden, zudem müsse er länger gültig sein. Münchens OB mahnte überdies eine Bodenpreisbremse an.
Noch drastischer ist die Mietentwicklung in Berlin. Seit vergangenem November kam es dort zu einer Preisexplosion um satte 27 Prozent, wie das Portal „Immowelt“ berichtete. Damit ist Berlin hinter München die zweitteuerste deutsche Großstadt. Für München ermittelte Immowelt für den Drei-Monats-Zeitraum eine Steigerung der Neuvermietungspreise von 16,68 Euro im November auf nun 17,39 Euro pro Quadratmeter, was einem Plus von vier Prozent entspricht.
Als Gründe dafür, dass die Berliner Mieten binnen drei Monaten von im Schnitt 9,86 auf 12,55 Euro je Quadratmeter stiegen, nennen die Experten zum einen den Zuzug, vor allem von ukrainischen Flüchtlingen, in die Hauptstadt – aber auch den gescheiterten Mietendeckel. Wohnungen, die in den letzten Jahren günstig vermietet waren, würden bei der Neuvermietung nun erheblich teurer.