München –Die Stadtwerke München (SWM) haben bei tausenden Privatkunden im März keine Abschläge für Strom, Gas und Fernwärme abgebucht. Grund sind die Energiepreisbremsen. Diese aufwendig in das elektronische Abrechnungssystem einzubinden, sei laut einem SWM-Sprecher innerhalb der kurzen Umsetzungsfrist für die Preisbremsen nicht zu bewerkstelligen. Erst ab nächster Woche würden die Kunden ihre neuen Abschlagspläne erhalten und das Geld abgebucht.
Das heißt auch, dass im April der doppelte Betrag fällig wird – was bei finanziell klammen Haushalten zu Problemen führen könnte, wenn sie das Geld anderweitig ausgegeben haben. Rechtlich haben solche Kunden aber wohl keine Handhabe. Marion Gaksch, Energiejuristin der Verbraucherzentrale Bayern, sagt: „Die Nichtabbuchung von Abschlägen ist zwar ein Vertragsverstoß, aber dem Kunden entsteht kein bezifferbarer Schaden. Er ist dafür verantwortlich, sein Konto zu überprüfen und das Geld im Zweifelsfall beiseitezulegen.“ Kunden hätten deshalb „wahrscheinlich keine Ansprüche“.
Andere Stromanbieter haben nicht die gleichen Probleme wie die SWM. Vonseiten der ESB heißt es, dass lediglich in Einzelfällen im März nicht abgebucht würde. Eon buchte im März wie gewohnt ab, sagte ein Sprecher unserer Zeitung.
Die Preisbremsen kommen den Staat indessen teuer zu stehen. Laut einer Studie des Portals Verivox liegen mehr als 80 Prozent der Tarife bundesweit über der Grenze, ab der die Zuschüsse gewährt werden – beim Strom 40 und bei Gas zwölf Cent pro Kilowattstunde. Damit summiert sich die Subvention für alle Kunden auf 3,3 Milliarden Euro.