Bischofswahl endet mit Debakel

von Redaktion

Nachfolge von Bedford-Strohm auch nach sechs Wahlgängen unklar

München – Die Bischofswahl in der bayerischen evangelischen Landeskirche hat gestern kein Ergebnis gebracht: Auch im sechsten und laut Bischofswahlgesetz letztmöglichen Wahlgang bekamen weder der Münchner Regionalbischof Christian Kopp (58) noch die Landshuter Dekanin Nina Lubomierski (47) die notwendige absolute Mehrheit von 55 Stimmen aller wahlberechtigten 108 Synodalen.

Eine solche Situation gab es in der Geschichte der Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) noch nie. Lubomierski hatte im sechsten Wahlgang 50 Stimmen erhalten, Kopp 52 Stimmen. Weil es vier Enthaltungen gab, kam keine absolute Mehrheit zustande. Der Wahlvorbereitungsausschuss des Kirchenparlaments muss nun einen neuen Wahlvorschlag erstellen. Auf dem neuen Wahlvorschlag könnten auch wieder Kandidaten stehen, die bereits auf dem ersten Wahlvorschlag standen. Er darf allerdings maximal zwei Namen enthalten.

Ob die Bischofswahl überhaupt noch während der Frühjahrstagung stattfinden wird, ist unklar. Oberkirchenrat Hans-Peter Hübner erläuterte, dass auch eine Sondertagung der Landessynode denkbar ist. Die Wahl eines neuen Landesbischofs oder einer neuen Landesbischöfin sollte allerdings vor der für November angesetzten Herbstsynode stattfinden, erläuterte er. Denn die Amtszeit des amtierenden Landesbischofs Heinrich Bedford-Strohm endet am 31. Oktober dieses Jahres.

Bedford-Strohm beschwor die Synodalen, sich nicht zu verbeißen und übereinander zu richten: „Wir werden mit dieser Situation umzugehen wissen.“        epd/cm

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