Bayern will mehr Polizei in Zügen

von Redaktion

Größerer Bedarf wegen steigender Fahrgastzahlen dank 49-Euro-Ticket

München – Der sich abzeichnende Boom im öffentlichen Nahverkehr durch das 49-Euro-Ticket macht nach Ansicht von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) auch neue Planungen der Sicherheitsbehörden nötig. „Aus meiner Sicht ist deutlich mehr sichtbare Präsenz der Bundespolizei in Zügen und an den Bahnhöfen erforderlich“, sagte Herrmann unserer Zeitung. „Hierzu muss sich die Bundesinnenministerin dringend Gedanken machen.“

Mit dem Start des Tickets am 1. Mai dürften erheblich mehr Menschen öffentliche Verkehrsmittel nutzen. „Der Verband der Verkehrsunternehmen geht allein für den öffentlichen Personennahverkehr von mehr als fünf Millionen Neukunden aus“, sagte Herrmann. Das seit nicht nur eine enorme Zusatzbelastung für die Verkehrsbetriebe, sondern könnte auch die Sicherheitskräfte fordern. „Je höher das Gedränge am Bahnhof oder im Zug, desto größer beispielsweise die Gefahr von Taschendiebstählen“, sagte der bayerische Innenminister. „Das Deutschland-Ticket darf keinesfalls zu mehr Kriminalität führen und dass sich Fahrgäste unsicher fühlen. Das würde auch dem Ziel, mehr Menschen von öffentlichen Verkehrsmitteln zu überzeugen, massiv schaden.“

Das Deutschlandticket für 49 Euro pro Monat wird seit Montag verkauft, gültig ist es bundesweit ab Mai. Die Verkehrsunternehmen waren mit dem Start sehr zufrieden, allein die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) verkaufte am ersten Tag 28 000 Tickets. Laut Meinungsforschungsinstitut Yougov wollen mindestens 15 Prozent aller Deutschen das Ticket kaufen, 14 weitere Prozent überlegen noch.  mik

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