Berlin – Vor der nächsten Protestwelle der Klimagruppe Letzte Generation nächste Woche geht die Bewegung Fridays for Future auf Distanz. „Die Klimakrise braucht gesamtgesellschaftliche Lösungen, und die finden und erstreiten wir nur gemeinsam und nicht, indem wir Menschen im Alltag gegeneinander aufbringen“, sagte Sprecherin Annika Rittmann.
Auch von den Grünen im Bundestag kam deutliche Kritik. „Mit ihrem elitären und selbstgerechten Protest bewirkt die Letzte Generation das Gegenteil dessen, was wir in der aktuellen Lage bräuchten, nämlich eine breite Bewegung in der Gesellschaft, für konsequente Klimaschutzpolitik“, sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin Irene Mihalic. Man solle Menschen „nicht verprellen durch Aktionen, die den ohnehin harten Alltag noch zusätzlich erschweren“.
Die Letzte Generation blockiert seit Anfang 2022 immer wieder in deutschen Städten den Verkehr. Für kommende Woche hat sie massive Störungen in Berlin angekündigt. Sie fordert unter anderem Tempo 100 auf Autobahnen und ein dauerhaftes 9-Euro-Ticket für Bus und Bahn. Schon diese Woche plant die Klimagruppe Extinction Rebellion ebenfalls Proteste mit zivilem Ungehorsam in der Hauptstadt.
Fridays for Future setze aus gutem Grund seit jeher auf andere Protestformen, sagte Sprecherin Rittmann. Von Blockaden der Letzten Generation in Hamburg seien zuletzt besonders Pendler und Pendlerinnen betroffen gewesen, „die es sich weder leisten können, in der Hamburger Innenstadt zu wohnen, noch durch den mangelnden Ausbau den ÖPNV nehmen können. Ähnliches ist in Berlin zu befürchten.“