Bayern erlaubt Wolf-Abschuss

von Redaktion

Söder: Künftig ohne aufwendige Gutachten – Bärenspuren gesichtet

München – Bayern will den Abschuss von Wölfen massiv erleichtern. Heute soll das Kabinett die nötigen Beschlüsse fassen. „Ziel ist, die Entnahme leichter zu machen“, kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) an. Es werde „nicht mehr aufwendige Aktenzeichen-XY-Gutachten, Rissgutachten und Fahndungsaufrufe“ vor dem Abschuss brauchen.

Der Wolf sei vor allem im Alpenraum und an der Rhön inzwischen so stark präsent, dass man gegen „Beutegreifer“ handeln müsse – es gebe große Gefahren für Nutztiere und Menschen, „wenn wir jetzt nicht eingreifen“. Söder bezog das zunächst nur auf den Wolf, verwies aber „mittelfristig vielleicht“ auch auf andere Tiere, darunter Bären. Vor allem Almbauern fordern ein schnelles Handeln der bayerischen und deutschen Politik. Naturschützer sind strikt dagegen.

Bisher war Bayern beim Abschuss der Wölfe sehr zurückhaltend. Ein Antrag des Landkreises Garmisch-Partenkirchen auf erleichterte Entnahme wurde „geprüft“. Bisher wollte die Regierung von Oberbayern noch nicht absehen, wie lange das dauere. Im österreichischen Tirol gilt hingegen seit April eine Verordnung, die den Abschuss der streng geschützten Tiere erleichtert. In der Koalition ist der Plan abgestimmt. Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) sagte unserer Zeitung, Bayern wolle den rechtlichen „Spielraum bis an die Grenze des Machbaren“ ausnutzen. In der Praxis werde man nach Aussage der Juristen aber wohl stets „warten müssen, bis der Wolf einmal zugeschlagen hat“.

Derweil sind in den Landkreisen Miesbach und Rosenheim Bärenspuren gesichtet worden.  cd

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