München – Der bayerische Einzelhandel gerät zunehmend unter Druck: Kaufzurückhaltung der Kunden wegen der hohen Inflation bringt immer mehr Betriebe zum Aufgeben. Rund 1200 Geschäftsaufgaben könnten es heuer werden, befürchtet man beim Handelsverband Bayern (HBE). Üblich sind 800 Schließungen im Jahr.
„Viele Betriebe stehen am Abgrund“, sagte HBE-Sprecher Bernd Ohlmann gegenüber unser Zeitung. Bundesweit rechnen Experten für dieses Jahr mit 9000 Ladenschließungen. Mittlerweile erwische es immer öfter auch die Großen der Branche, wie Galeria Kaufhof oder die Schuhkette Reno.
Kunden sparen so gut es geht gerade beim Lebensmitteleinkauf. Dort sind die Umsätze zuletzt um rund zehn Prozent zurückgegangen. „Statt zur Markenwaren greifen immer mehr Leute jetzt zu den günstigen Eigenmarken oder gehen gleich zum Discounter“, so Ohlmann. Auch der Online-Handel sei erstmals rückläufig. Die Schuld an übermäßigen Preiserhöhungen wies Ohlmann zurück. Vielmehr versuche der Einzelhandel, Preiserhöhungsansinnen der Hersteller zu unterbinden und Produkte notfalls auszulisten. com