Freistaat will Windräder bauen

von Redaktion

Söder plant Offensive im Staatswald – Kauf von Wasserkraftwerken

Nürnberg – Kurskorrektur in der Energiepolitik: Die Staatsregierung will nun selbst in den Bau und Betrieb von Windrädern einsteigen, um das Tempo der Energiewende zu erhöhen. Er werde eine landeseigene Baugesellschaft „Bayernwind“ gründen, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in einer Grundsatzrede auf einem Parteitag in Nürnberg. Es gehe um Projekte im Staatswald.

Insgesamt will Bayern mehrere Hundert Windräder auf Flächen ermöglichen, die eh in Staatsbesitz sind. Er wolle eine eigene Gesellschaft, „damit nicht nur irgendwelche Investoren dabei Geld verdienen“, sagte Söder. Wiederholt betonte er, dass Bayern, anders als von Kritikern behauptet, bei den Erneuerbaren Energien im bundesweiten Vergleich ganz weit vorne sei.

Erstmals erklärte sich Söder zudem bereit, die Uniper-Wasserkraftwerke durch den Freistaat aufzukaufen, ganz oder teilweise. Nachdem Uniper infolge der Energiekrise in finanzielle Schieflage geraten war, hatte der Bund die Wasserkraftwerke übernommen. Seit Monaten fordert Bayerns Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann eine Übernahme der Kraftwerke an Isar, Lech, Donau und Main durch den Freistaat. Auch bei den Freien Wählern wurde Sympathie dafür laut. In der CSU gab es Vorbehalte, hier hunderte Millionen an Steuergeld zu investieren, ohne auch nur ein einziges neues Kraftwerk zu schaffen.

Hartmann äußerte sich am Wochenende skeptisch. „Wir wissen doch leider alle, was es heißt, wenn Söder was ankündigt – gar nichts.“  cd

Artikel 11 von 11