München – Welche Kirchen und kirchlichen Gebäude in Zukunft noch gebraucht werden, müssen die Pfarrgemeinden des Münchner Erzbistums in den kommenden Jahren entscheiden. Angesichts steigender Kosten bei Gehältern und Bauunterhaltung sowie der hohen Austrittszahlen werden die Spielräume in der Pastoral, der Caritas und der Bildung enger, sagte ein Sprecher der Erzdiözese gestern auf Nachfrage.
Kardinal Reinhard Marx hat in einem Brief an die Haupt- und Ehrenamtlichen in den 748 Pfarrgemeinden angekündigt, dass die finanziellen Mittel künftig nicht mehr für den Erhalt aller rund 4000 pastoral genutzten Gebäude ausreichten. In einem Pilotprojekt „Immobilien und Pastoral“ soll ab Herbst im Berchtesgadener Land und München in zwei Dekanaten vor Ort eine Strategie entwickelt werden. Damit soll auch „Synodalität in diesem konkreten Punkt mit Leben“ gefüllt werden, so der Sprecher. Nach zwei Jahren folgen alle anderen Dekanate.
Den Verantwortlichen der Erzdiözese sei bewusst, dass diese Form der Entscheidungsfindung nicht einfach sei. Das Ordinariat werde die Schritte vor Ort unterstützen. Einen grundsätzlichen Schutz für Kirchen gibt es nicht: „Sollten Sakralgebäude umgewidmet werden, soll eine kirchennahe Nutzung erfolgen“, so der Pressesprecher. Auch in der evangelischen Landeskirche wird über die künftige Nutzung kirchlicher Gebäude diskutiert. „Möglichst viele Standorte sollen erhalten bleiben“, so der Münchner Regionalbischof Christian Kopp. Katholische Priester und evangelische Pfarrer sorgen sich gleichermaßen um den Erhalt renovierungsbedürftiger Kirchen. cm/kwo